Prolog

 

 

 

Ein Luftzug huscht über seinen Nacken. Irritiert wischt er den Schaum von den Lidern.

 

 «Ach, du bist es. Hast du etwas vergessen?» Er sinkt ins Schaumbad zurück. «Wir müssen vorsichtig sein. Das darfst du nie vergessen. Oder sollen wir noch mal ...?» Er grinst und streicht über ihre nackte Wade.

 

 «Heute nicht mehr. Ich sollte mir nur schnell die Haare in Ordnung bringen. Die Bruckner hat beim letzten Mal schon gefragt, wo ich mich herumgetrieben habe.» Sie lässt Wasser aus dem Kran über die Finger laufen und verteilt es in ihrem Pony.

 

 «Die Bruckner, die verwelkte alte Schnapsdrossel.» Er zieht eine Tube aus der Halterung und spritzt einen Kringel Shampoo auf die Handfläche. «Die ist nur neidisch. Ich wette, sie hat noch nie einen nackten Mann gesehen.»

 

 Sie tastet mit zittrigen Fingern nach dem Föhn. Wild wirbeln ihre Haare auf.

 

 Er fragt sich, wie sie unbemerkt in seine Wohnung zurückgelangt ist. Er hatte die Tür fest verschlossen. Mit einer dunklen Vorahnung hebt er den Kopf. Der Föhn schwebt über ihm.

 

 Er hat keine Chance. Sie lässt den Haartrockner ins Wasser fallen, bevor er aus der halbliegenden Position hochschnellen kann. Hart schlagen seine Knochen gegen die Wannenkeramik. Wasser schwappt über den Rand. Sein Herz, das vor einer halben Stunde mit kräftigen, wolllüstigen Schlägen das Blut durch den Körper pumpte, versagt ihm den Dienst.

 

 Sie tritt einen Schritt zurück, will während seines Todeskampfs nicht nass werden. Als es still ist, streift sie mit dem Fußrücken den Schaum von der Wade und verlässt die Wohnung.